Janine & Tom Plüss

el fuego por viajar

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Abenteuer Auto...

Mit Dagi vom 19. Juli bis 18. August 2010 durch Peru und Bolivien mit Abschluss in Nordargentinien.

Eigentlich hat unsere Reise mit Dagi und unserem neuen Untersatz sehr gemütlich angefangen. Zmörgelezu Dritt unterwegs

Doch es verging kaum ein Tag ohne Überraschungen...

Die vom Sandsturm zerbrochene Scheibe auf der Panamericana war wohl nur ein Vorbote von diversen unvorhergesehen Ereignissen, wie zum Beispiel eine Strassenblockade in Boliven, Schwimmstunden für unseren Landy oder einen eingefrorenen Motor auf 4200 müM.

Fenster flicken bei Sturm auf der Panamericana

Von Lima über Arequpipa tasten wir uns langsam Richtung Boliven. Wir genossen ein paar Tage Trekking im Cotahuasi-Cannyon (Fotogallerie vom Cotahuasi-Trekking) und amüsierten uns über die Vielfalt auf den diversen Märten.

Märt in Boliven

Bei einer kleine Flussquerung wollten wir kuule Fotos schiessen. Um die Fotografin wieder aufzuladen mussten wir nochmals queren und erwischten eine andere Stelle im Fluss und diese war etwas kritischer...

Weder Sandbleche noch Differentialsperre halfen mehr. Triebsand unter dem Vorderrad liess uns keine andere Möglichkeit, als Hilfe zu organsieren. -- Wir fanden zum Glück noch vor Sonnenuntergang einen Truck der uns ruck-zuck rausschleppte. Ausser dass der Boden im Cockpit für einmal feucht aufgewischt wurde, passierte zum Glück nichts und wir konnten unseren Weg fortsetzen.

Schwimmstunden für den LandyAbschleppen aus dem Fluss

Doch dies war noch nicht genug für diesen Tag. Im Dunkeln fuhren wir weiter, direkt in eine Strassensperre in Rio Mulatos, Süd-Bolivien (Bericht zum Thema im Tagi). Es wurde uns mitgeteilt, dass jedes Auto für 48h festgehalten werde und dann weiterfahren darf. Wir verbrachten erstmals die Nacht und wollten die Situation am nächsten Tag genauer analysieren.

Am folgenden Tag führten wir diverse aussichtslose Disskusionen mit den Häuptlingen dieses Dörfchens. Leider mussten wir feststellen, dass die Sache ziemlich kompliziert ist. Weder vorgetäuschte Schwächeanfälle noch sachliche Argumente halfen uns raus. So blieb uns noch die radikale Variante: Als gerade alle wichtigen Leute - sie nennen sich Dirigentes - beschäftigt waren nutzten wir die Gunst der Stunde und flüchteten mit hoher Geschwindikeit aus der Sperre. Weder fliegende Steine noch böse Zurufe trafen unser Auto und wir rasten in die Dämmerung - der Freiheit entgegen. :)

Strassenblockade in Bolivenfür die nächsten Tage kommt da niemand durch

Diese Nacht schliefen wir etwas unruhig, aber besser als in "Gefangenschaft". Die Vorfreude am nächsten Tag den Salar de Uyuni zu erreichen war grösser - es sollte aber nicht ganz einfach werden. Nur wenige Kilometer vor dem Salar machten wir einen Fotostopp. Danach wollte der Wagen nicht mehr anspringen. Hilflos und frustriert standen wir da und nahmen die Hilfe von vier vorbeifahrenden Mechaniker gerne an. -- Diagnose: der Anlasser sei kaputt. Wir schoben das schwere Gefährt an und durften es bis zum Mechaniker in der nahe gelegenen Stadt Uyuni nicht mehr abstellen. -- Leider auch dies keine Kinderspiel, da der Eingang nach Uyuni ebenfalls mit einer Strassensperre blockiert war.

was geht nicht mehr?

Man lernt zu geniessen, wann immer es der Moment ermöglicht. Und wir verbrachten einen wunderschönen Abend und eine Zeltnacht auf dem Salar.

Das Auto stellen wir bergabwärts auf die Insel Incahuasi, um es wieder anstossen zu können. Am Folgemorgen untersuchten wir, mit ein paar Jeepchauffeueren, unseren Landy von Neuem. Erst jetzt stellten wir fest, dass "nur" der Hauptstromschlüssel rausgefallen ist. Wahrscheinlich auf der rasanten Fluchtfahrt auf der Holperstrasse. -- Ein Kurzschliessen der richtigen Kabel behob unser Problem und wir konnten ohne Umweg zum Mechaniker in Uyuni auf die Lagunenroute weiterfahren.

Zelten auf dem Salarmit schöner Aussicht

Mehr Fotos vom Salar in der Bildergallerie.

Die wilde Kullise der Lagunenroute im Südwesten Boliviens empfang uns. Wir staunten und bewunderten die schöne Landschaft und die unzähligen lustigen Flamingos auf den Lagunen.

Laguna Coloradounzählige Flamingos in den Lagunen

Der Sturm am nächsten Tag riss uns beinah eine Türe ab und wir bevorzugten, die Landschaft vom Auto aus zu bewundern. Wir entschliessen uns, nicht weiter zu fahren und blieben eine Nacht in einer Alberge an der Laguna Colorado.
Der Sturm fegte die ganze Nacht über und unser Auto. Der arme Landy trotzte ihm lange, doch am Morgen war er dermasen ausgekühlt, dass er nicht mehr anspringen wollte. Diagnose: Motor ist eingefrohren. Ein nicht unbekanntes Problem auf 4200müM. und mit Dieselmotor. -- Wir befolgten brav die Indianermethoden der bolivianischen Jeepdrivers und machten ein Feuer unter der Motorhaube. Und siehe da, nach einer 1h Aufwärmen und Hätscheln schnurrte unser Motor wieder wie neu!

Feuer unter der Haube

Wir hofften fest, an diesem Tag die argentinische Grenze zu erreichen und somit auch wieder etwas an Höhe zu verlieren. Abends um 8 Uhr erreichten wir den Grenzposten, wo uns strenge Gesichter mitteilten, dass unser Kaufvertrag vom Auto in Argentinien ungültig sei. Unsere Enttäuschung war uns aufs Gesicht geschrieben. Dagi hatte ihren Flug ab Salta (Argentinien), wir mussten doch rein. Die Zöllner erkannten unsere Not und erlaubten uns einen Kurzaufenthalt für 7 Tage. Danach müssen wir das Land aber verlassen!

In Salta angekommen durften wir noch feststellen, dass die Flugreservation nicht geklappt hatte. -- Der Nervenkitzel geht weiter. Glücklicherweise fanden wir rechtzeitig einen freien Flugsitz. In den Tagen in Argentinen genossen wir erst mal das gute Essen, die Wärme und einen schönen Ausflug in den Nationalpark Los Cordones.

Frühmorgens des 18. August wollten wir Dagi auf den Flughafen bringen und durften feierlich feststellen, dass unser Auto eine herausgeschlagene Heckscheibe hat.... Fehlen tut nichts, aber wo bekommt man so schnell eine Heckscheibe? Wir müssen ja bald ausreisen.

Dagi brachten wir trotzdem wohlbehalten auf den Flughafen und wünschen ihr eine gute überraschungsfreie Heimreise.
Hey Dagi: VIELE DANK FÜR DIN BSUECH, ES ISCH KUUL GSI MIT DIR Z REISE!!

isch kuul gsi mit dir DAGI

So bleibt das Leben in Südamerika spannend und wir haben immer genug zu tun. Klar ist, Reisen mit dem Auto ist wesentlich abenteuerlicher als mit dem Velo. :)