Janine & Tom Plüss

el fuego por viajar

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Villa O'Higgins - El Chaltén

5./6.1.2010

Von Villa O'Higgins in Chile nach El Chaltén in Argentinien haben wir einen abenteuerlichen Übergang über zwei Seen und einen Pass gewählt.

Morgens um 8 Uhr starteten wir die Tour mit einer überteuerten Schiffsfahrt - ohne Heizung, dafür mit einem Gratis-Kafi - zum chilenischen Zoll. Dabei trafen wir auf zwei weitere Schweizer, welche mit dem genau gleichen Typ Velo unterwegs sind, wie wir. Die Besatzung war somit: 4 Angestellte, 9 Passagiere, ca 91 leere Plätze und 4 Papalagis.

Am Zoll wurde Tom kritisch kontrolliert: ¿Ingeniero? - ¿Ingeniero de software?
...wurde er an der Grenze zwei mal gefragt, und der Zöllner prüft kritisch die Echtheit seines Passes.

¿Ingeniero? - ¿Ingeniero de software?

Nachdem wir dann doch ins internationale Gebiet hinein gelassen wurde, begann der Aufstieg, zuerst mit einigem Velo-schieben, später fahren wir auf einem 4x4-Track mit wunderschöner Aussicht auf viele Berge. Es war ein herausfordernder Weg und gleichzeitig ein guter Test, ob wir unsere Räder unter Kontrolle haben und das Gleichgewicht nicht so schnell verlieren.

Hindernis auf dem 4x4-Trail

An der geografischen chilenisch-argentinischen Grenze

Unmittelbar nach der geografischen chilenisch-argentinischen Grenze wechselte der 4x4-Track zu einem Single-Trail (althochdeutsch: Wanderweg). Ab hier war der Weg nur noch ab und zu fahrbar. Wir schoben unsere Velos über viele Steine und Wurzeln und einige Auf und Abs beanspruchten unsere Armmuskulatur, unsere Konzentration und unsere Nerven.

Besonders emotional waren nasse Hindernisse, wie kleine Bäche, rutschige Baumstämmedd und ein Sumpf, durch welchen nicht allen die Fahrbahnsuche gleich gut gelang. Irgendwann stand Janine knöcheltief - ihr Velo Wechsler-tief - im Matsch und wusste nicht, ob sie über sich lachen, oder über ihr abgesoffenes Velo weinen sollte.

Bei diesem Bach nicht knöcheltief drin - aber sonst ein schönes Hindernis

Mit dem argentinischen Zoll endet dieser Abstieg am Lago del Desierto, von wo es mit dem Schiff weitergeht. Etwas oberhalb des Sees sahen wir das letzte Boot abfahren. - Zum Glück, denn so gönnten wir uns eine erholsame Nacht an einem schönen Wald-Plätzchen und konnten am anderen Tag frisch gestärkt die letzten 37 km dauf einer üblen Kiesstrasse nach El Chaltén in Angriff nehmen.

Wie uns alle versprochen haben, endete der Regen an der Grenze zu Argentinien und wurde durch aufdringlichen Wind ersetzt. Glücklicherweise in Form von Rückenwind, so konnten wir teilweise ohne zu trampen mit 20 km/h über's Kies rasen. Manchmal war es des Guten auch zu viel, sodass uns Böen von der Seite von der Strasse fegten und wir nicht sturzfrei, aber unverletzt in El Chaltén einrollten. Es erwartete uns die erste Teerstrasse seit vielen Kilometern und eine hervorragende argentinische Panaderia.

Alle uns entgegenkommenden Velöler freuten sich den Wind loszuhaben und nahmen gerne etwas Regen in Kauf - wir sind froh, den Regen loszuhaben, wissen aber noch nicht so genau, ob wir das mit dem Wind hinkriegen werden...

Balanceakt auf einer natürlichen Brücke über ein natürliches Hindernis

Statistik:

Schiff ab Villa O'Higgins: CLP 40'000 / USD 80 pro Person, 3h

Schiff über den Lago del Desierto: ARP 75 / USD 25 pro Person, 1h

Aufstieg, chilenische Seite: ca 12 km, 300 Höhenmeter, 4x4-Track, meist fahrbar

Abstieg, argentinische Seite: ca 6km, 200 Höhenmeter, Single-Trail, abwärts ab und zu fahrbar, aufwärts kaum fahrbar, wir hatten abwärts ca 3h