Janine & Tom Plüss

el fuego por viajar

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In der Pampa...

16. - 18. Januar 2010

Ausgeschlafen, gestärkt und aufmunitioniert für viele Tage ohne Einkaufsmöglichkeiten verliessen wir El Calafate mit mindestens 10 kg Übergewicht auf dem Gepäckträger und einem feinen Helado (Glacé) im Bauch um 300 km durch die Pampa in Angriff zu nehmen, bis wir später im "Torres del Paine" Nationalpark wandern gehen können.

Durch die Pampa

Mit Rückenwind düsen wir die ersten 90 km locker über die Pampa bis wir an einem windgeschützten Platz bei einem Strassenbauarbeiterlager ("El Cerrito") unser Zelt aufbauen können.

In dieser Nacht passierten merkwürdige Dinge: Wir hatten Besuch von Unbekannt, denn am anderen Tag fehlten Toms uralte Teva-Latschen und unser kleiner Schwingbesen. Ob der Wind diese Objekte wegblies, die jungen Katzen sich damit vergnügten, ein Steppenfuchs den Gerüchen nicht wider stehen konnte oder ein Dieb mit sehr wählerischen Interessen Gefallen an den Dingen fand, wird wohl nie geklärt werden...

Die berüchtigte Ruta 40

Etwas irritiert setzen wir unsere rasante Rückenwind-Fahrt fort. Ohne viel zu trampen rollten wir mit 40 km/h süd-ostwärts. In "La Esperanza" zweit unser Weg westwärts ab. Des Windes wegen entschieden wir uns, eine Nacht zu bleiben um anderntags die Wind-flaute in den frühen Morgenstunden zu nutzen.

Ein windgeschützter Zeltplatz zu finden erwies sich als schwieriger als erwartet und wir wurden von einer Haustür zur nächsten geschickt. Der Wunsch nach einem Bier wurde allmählich stärker und so folgten wir den uns entgegenkommenden Supermercado-Säcken - landeten dabei aber überraschenderweise in einer ziemlich verrauchten Bar. Bier und Chips konnten wir erwerben, wurden aber dazu überredet, diese doch in der Bar zu trinken. So fanden wir uns bald in einer angeregten Konversation mit dem Wirt und den Stammgästen wieder. Als selten gesehene Gringos sicherten wir die Abendunterhaltung - auf die andere Seite wurden wir mit argentinischer Gastfreundschaft belohnt: Die Ereignisse überstürzten sich und so wurden wir ehe wir's versahenzu Kartoffelkuchen, feinen Resten des zum zMittag gegrillten Cordero (Lamm) und 3 Liter Bier eingeladen...

Die Nachbarin (Stammgast Nr.1) organisierte, dass ein weiterer Gast (ein ziemliche angeheiterter LkW-Chauffeur) uns eine Übernachtung in der inoffiziellen Unterkunft der derselben (Nr.1) bezahlte. Sie versprach uns dabei, dass wir uns tranquillo erholen könnten. Es stellte sich heraus, dass sich diese Unterkunft direkt neben einer Disco befand.

Morgens um 4 Uhr waren wir froh, diese laute Umgebung zu verlassen und schwingten uns mit Kater und Schlaf-Manko auf unsere Drahtesel. In dieser Verfassung empfanden wir auch den verbleibenden Gegenwind noch ziemlich stark und bereits nach 10 km nutzten wir die Gelegenheit und liessen uns von einem Pick-up bis kurz vor die chilenische Grenze mitnehmen (120 km in 1 Stunde statt 2 Tagen).

Unsere Begleiter auf der Route

Eine Herde Guanacos neben der Strasse