Janine & Tom Plüss

el fuego por viajar

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Von Nordargentinien nach Bolivien

Etwas wehmütig nehmen wir die letzten Kilometer in Argentinien unter die Räder. In den sechs Monaten in denen wir hier waren ist uns dieses etwas südeuropäisch angehauchte Land liebgeworden.

200 Jahre Unabhängigkeit Argentiniens

Trotzdem sind wir gespannt, was uns hinter der Grenze zu Bolivien erwartet.

Mit Sonia und Carlos unterwegs.

Aus Salta rollten wir mit tatkräftiger Unterstuetzung von Sonia und Carlos, zwei Spaniern, die auch mit dem Rad unterwegs sind. In Jujui genossen wir dann die Festlichkeiten des 25 de Mayo: Argentinien feierte 200 Jahre Unabhängigkeit von Spanien mit Defilée von Militär und Schule.

Freiluftkonzert mit Orchester vor dem Regierungsgebäude in Jujui.Defilée: Nach dem Militär kamen die Schulen.

Von Jujui aus starteten wir unseren Weg Richtung Grenze nach Bolivien. Der Weg bot nochmals das volle Program von Nieselregen über Rückenwind zu starkem Gegenwind. So dass wir an einem Tag unser Ziel nur mit Hilfe eines Pickups für die letzten 30 km erreichen konnten. Eindrücklich waren die Farbkobminationen der Gesteine, welche beim Cierro de siete colores (Regenbogenberg) den Höhepunkt boten.

Quebrada de Humahuacu.Cerro de siete colores in Purmamarca.

Vier Tage später, unmittelbar nach der Grenze zeigte sich uns schon eine sehr neue Welt. Das emisige Treiben auf den Märkten ist ueberwältigend, die Frauen mit ihren langen Röcken, den lustigen Hüten und den Tragtüchern sind tatsächlich allgegenwärtig und wir geniessen, dass sich die Tageskosten rapid senken. Dafür müssen wir in Sache Hygiene ein bis zwei Augen zudrücken.

Auf einem Markt in Bolivien.Der Zug in Bolivien ist überraschenderweise ebenso Pünktlich, wie die SBB.

Von Villazon, dem Grenzstädtchen bis Uyuni nahmen wir für 270 km den Zug. Die Reise war für uns sowie für unsere Fahrräder eine sehr angenehme Sache und wir erreichen bequem das touristische Dörfchen Uyuni. Da hielt uns nicht viel auf und wir radelten weiter Richtung Salar de Uyuni. Eine Erfahrung für sich.
Diese Salzflaeche, die mit ihren 12.000 km²  die Grösste der Welt ist, beeindruckte uns sehr. Wir genossen ein Rollen wie auf einer Tanzfläche und fühlten uns auf diesem unendlichen Weiss mit dem klaren Blau am Horizont wie im Velohimmel. Diese Kulisse inspierierte uns fuer kreative Fotos... :)

Im Velohimmel.Dimensionen verschwimmen.Auf der Insel Incahuasi, mitten im Salar de Uyuni.

(Weitere Bilder vom Salar de Uyuni in unserer Fotogalerie)

Nach einer Nacht im Salzhotel und einer Nacht auf der Insel Incahuase verliessen wir die weisse Fläche nordwärts und setzten unseren Weg über Salinas fort. Eine sandige Piste bremste uns mächtig aus und wir nächtigten irgendwo in der Pampa vor Salinas. Danach erwartete uns eine, sich in Arbeit befindende Strasse. Ein unerwarteter lustiger Mix von Sand, Kies, gutem Belag bis zu nigelnagel neuem Teer, welche für die Autos noch gar nicht offen war, machte die Reise sehr kurzweilig.
So rollten wir zügig in die Hauptverkehrsachse des Altiplano ein.
Der Altiplano ist tatsaechlich sehr ALTO (hoch) und sehr PLANO. Mit dem Velo fast schon ein wenig zu plan an einigen Stellen. Es ist aber sehr eindrücklich, wie hier in einer Höhe, wo in der Schweiz Eis, Fels und Schnee das Sagen haben, das emsige Leben herrscht, es eine gute Strasse gibt und wir kaum merken, dass wir auf  3500 - 4000 MüM herum pedalen. Nur beim Treppensteigen oder Gespäck herum tragen merken wir plötzlich wieder, wie wir schnaufen wie Greise.

Unterschiedlichste Strassenverhältnisse in Südbolivien.Wildcampieren hinter einer Trockensteinmauer auf dem Altiplano.Gute Nacht.