Janine & Tom Plüss

el fuego por viajar

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Rückkehr nach Bariloche

20. Februar bis 4. März 2010

Nachdem wir per pedales ganz im Süden Südamerikas angelangt waren, traten wir unseren Rückweg nach Bariloche an: Zuerst mit dem Bus zurück nach Puerto Natales, anschliessend mit einem Schiff durch die Fjorde und Kanäle der Chilenischen Pazifikküste und zu guter Letzt mit dem Velo von Puerto Montt zurück nach Bariloche, unserem Ausgangspunkt der Reise.

Diese Rückreise war geprägt von guten Bekanntschaften, gastfreundschaftlichen Überraschungen und dem Erdbeben in Chile, welches wir gespürt aber schadlos überlebt hatten.

In den Kanälen der chilenischen Pazifikküste

 

Busfahren mit Fahrrädern ist schwieriger als man es sich denkt: "Velo demontieren und so klein wie möglich verpacken" sind die Anweisungen, wenn man eine Busfahrt bucht. Trotz besten Vorbereitungen hat der Busfahrer zuerst aber mal die Hände verworfen, ausgerufen, dass es es kein Platz gibt, neben all dem Gepäck der anderen Reisenden. Naja, wir warteten mal ab - dass wir gerade 4 Velofahrer waren, die da warteten machten die Situation ja nicht einfacher. Als alle anderen Leute eingestiegen waren und wir immer noch da standen und ausharrten, öffneten sich aber plötzlich neue, noch leere Laderäume. - Am Schluss ging es dann doch.

Velos in den Bus verladen (Foto: Stefan Küttel)

(Detailberichte zu dieser und weiteren Transportgeschichten mit Velos von Stefan Küttel)

Von Gregor und Karin bekamen wir den guten Tip mit dem Schiff bis nach Puerto Montt zu reisen. Super last Minute, naemlich am gleichen Tag wie das Schiff auslaeuft, ergatterten wir noch zwei Fahrkarte mit gutem Last Minute Rapatt. Am Abend checkten wir ein und genossen 3 super schoene Schifftage, mit Faulenzen, quatschen, Schachspielen, Sonne tanken und Insellandschaft bewundern.
Wir lernten wieder viel neue spannende Leute kennen; unteranderen zwei Schweizerinnen, die im Gespaerch herausfanden, dass wir Hochzeitstag haben. Prompt organisierten sie beim Kapitaen eine AAA-Kabine fuer, um unser Jubilaeum zu zweit geniessen zu koennen. -- Dies war eine gelungene Ueberraschung -- nochmals vielen vielen Dank an Susi und Carmen!!

Ausflug zum Gletscher mit dem Navimag-SchiffSchachspielen bei bester Witterung auf dem OberdeckAbendstimmungUnsere AAA-Kabine

Mit einem angefressenem Navimag-Schiff-Speck wechselten wir in Puerto Montt wieder auf unsere Raeder und nehmen die ca 400 km zurueck nach Bariloche in Angriff, nochmals duerfen wir uns ueber ein paar gemeinsame Velotage mit Gregor und Karin erfreuen. Wir kommen jedoch nicht weit, wurden wir schon von einer chilenischen Desingerin zum Kuchen eingeladen. Wir genossen die Gesellschaftund ihren Garten mit herrlicher Aussicht auf den Vulkan Osorno und dem stahlblauen See.
Als wir deshalb am Abend erst spaet in Frutillar ankamen, hielt eine Camionetta an und der Fahrer bot uns spontan seinen Garten als Zeltplatz an. Etwas kritisch fuhren wir dem Gastgeber die 2km aus dem Dorf hinaus und den Berg hinauf hinterher. Kurz darauf fanden wir uns in einem top-schicken Restaurant wieder: Der Gastgeber hat nicht nur einen Garten, sondern lud uns in seinem Gourmet-Restaurant auch noch zum Nachtessen ein. Sowas haben unsere Gaumen noch nie zu kosten gekriegt!

Kuchen mit bester AussichtTrilogie zum Dessert im Gourmet-Restaurant

In dieser Nacht wurden wir dann wachgerüttelt und wussten zuerst nicht, ob wir noch auf dem Schiff sind, oder was wohl los ist. Bis wir richtig wach waren, was das Erdbeben jedoch bereits vorbei und wir erfuhren erst am nächsten Morgen, welches Ausmass dieses Terremoto angenommen hatte (8.8 auf der Richterskala / Epizentrum bei Conception / bei uns in Frutillar ca eine Staerke 5). In unserer Region gab es wenige bis keine Schäden. Einzig der Sturm war aus bis ca 16 Uhr am Nachmittag.

Unsere Velos beeindruckte das wenig und wir setzten unsere Reise fort. Zur Zeit leider ohne unsere Freunde Karin und Gregor, weil wir diese am Abend vorher beim Eindunkeln aus den Augen verloren haben. Wir benutzten die vorbeifahrenden Autos als SMS-System um herauszufinden, wo die beiden sind und um Nachrichten auszutauschen. Dies funktionierte hervorragend und wir erhielten prompt Antwort - inkl. Schokolade - vom entgegenkommenden Fahrzeug. So konnten wir uns am Abend verabreden und trafen uns im Garten eines Freundes von ihnen und hatten einen gemütlichen letzten Abend zusammen bei Bier und Chips. Am anderen Tag trennten sich unsere Wege: Karin und Gregor überquerten die Anden um nach Norden vorzustossen - ihre Version der Geschichte mit spannenden Details, inkl. Fortsetzung kann auf ihrem Blog nachgelesen werden: Karin und Gregor mit dem Fahrrad von Ushuaia nach Quito.

Wir sattelten wieder um auf unsere Rucksäcke und bestiegen in 3 Tagen den Vulkan Puyehue und genossen die natürlichen heissen Quellen (baños) in urtümlicher Vulkanlandschaft.

Wegweiser beim Vulkan Puyehue (im Hintergrund)Was das wohl für Mineralien sind?Pause in der WüsteErholung in den heissen Quellen

Am 4. März, genau 3 Monate nach unserer Abreise, liessen wir unsere Fahrräder in Bariloche ausrollen.

In den ersten 4 Tagen konnten wir bereits 3 Mal an einem Asado (argentinisches BBQ) teilnehmen. Das beste davon war am Sonntag, als Bicho, unser Gastgeber, selber ein Cordero (ganzes Lamm) zubereitete: Dieses brutzelte 3h über dem offenen Feuer und gab anschliessend genug Fleisch für ca 25. Leute, welche dem Ruf des Cordero-Asados gefolgt sind.

Von der Gastfreundschaft und Grosszügigkeit die wir hier erleben könnten wir Mitteleuropäer eine gute Scheibe abschneiden! Wir sind tief beeindruckt.