Janine & Tom Plüss

el fuego por viajar

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Ecuadorianische Höhenflüge

4. bis 12. Dezember 2010

Als zweite Anklimatisationstour wählten wir das Gebiet des Chimborazo, welchen Gipfel wir ins Auge gefasst haben.

Beeindruckender Chimborazo (6310m.ü.M.) von Urbina aus

Urbina war mal die höchste Bahnstation. Das ganze Oertchen besteht heute nur noch aus dieser Station, welche zu einem sehr schönen Refugio umgebaut wurde. Von da aus wanderten wir 3 Tage über die Hügel, welche den gigantischen Berg Chimborazo umgeben. Eigentlich eine wunderschöne Landschaft, mit Ausblicken auf viele Vulkane. Leider konnten wir das Panorama nur selten zwischen zwei vorbeiziehenden Regenwolken geniessen.

Vorbereitungen bei der ehemealigen Bahnstation Urbina

Es blieben uns noch zwei Tage übrig, bis zur geplanten Chimborazo-Bergtour. Wir nutzen zum letztenmal unseren fahrbaren Untersatz und frästen ca. 20 km in Richtung des aktiven Vulkanes Tungurahua (5000m.ü.M.) Im kleinen Oertchen Pandoa fanden wir eine lustige Unterkunft. Vom Aufenthaltsraum gab es extra ein Fensterchen von welchen wir den Vulkan beobachten konnten. Feurig rote Lava spukte er aus, alle paar Minuten gab es eine neue Erruption. Wir konnten uns fast nicht satt sehen.
aktive TungurahuaVon weitem ist die Aktivität von Tingurahua zu erkennen.
Am folgenden Tag beschlossen wir dem Feuerspuker noch etwas näher zu treten. Gemäss den lokalen Nationalparkwächter kann man ohne Bedenken zum Refugio aufsteigen, welches nur noch 1200 m unter dem Gipfel liegt. Wiedermal machte das Wetter nicht so mit und wir erlebten vorallem die akustische Kulisse des Vulkans durch die Wolken hindurch. Sehr eindrücklich!!
Die anderhalbstunden Warten im Refugio zahlten sich dann doch aus und wir erspähten noch einige Blicke auf den Gipfel und die mächtige, aufsteigende Wolkensäule.
Vom Refugio, 1200m unterhalb des Vulkankraters
Am Donnerstag den 9. Dezember machten wir uns gemeinsam mit unserem Bergführer Eloy auf den Weg zur Whyper-Hütte (5019m.ü.M.). Um 17.00 Uhr assen wir unseren Znacht und um 22.00 Uhr stand dann auch schon das Frühstück bereit. Um 23.00 Uhr ging es los und wir begannen langsam den Aufstieg zum Chiborazo. Wir hatten Glück, denn es war sternenklar und windstill - also beste Verhältnisse.
Nach 2h waren wir auf dem Grat, von da aus gab es nur noch Eines: 4h auf gutem Trittschnee aufwärts, gefühlte 60% steil!! Die Luft wurde immer dünner, alle hatten ihre Krisen. Janine fehlte es an Kraft für diesen Steilhang, Tom wurde es schwindlig und der Bergführer hatte kalt. :) -- Aber wir kamen oben an, auf 6300m.ü.M. und genossen die letzte Halbestunde als Bergspaziergang vom Vorgipfel zum Hauptgipfel bei Tagesanbruch. Somit standen wir auf dem Höchsten Berg der Erde, gemessen an der Distanz zum Erdmittelpunkt.

Gipfelfoto Chimborazo bei TagesanbruchBlick zurück - meistens umgibt eine Wolke den Gipfelbereich des Chimbo.

Um 12.00 Uhr waren wir schon wieder im Hotel und am gleichen Tag noch konnten wir unseren Autoverkaufsdeal abschliessen. Jetzt sind wir auf dem Rückweg nach Juanjui, Peru. Wir freuen uns Weihnachten im Urwald mit Griessers zu verbringen.