Janine & Tom Plüss

el fuego por viajar

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La Paz

11. - 18. Juni 2010

Wir stehen am Rand eines Talkessels und sind überwältigt.
Wir versuchen uns zu orientieren und sind überfordert.
Wir verschaffen uns einen Überblick und merken: La Paz ist riesig.

Das Casa de ciclistas gibt uns einen Anhaltspunkt.
Die Besitzer Cristian und Luisa geben uns Geborgenheit.
Velofahrer, die sich dort treffen, leisten einander Hilfe.

Blick in den Talkessel von La Paz.

 

Eigentlich wollten wir ausserhalb von La Paz übernachten, um anderen Tag die Abfahrt in diese 8-Millionen-Stadt geniessen zu können. Doch auf den letzten 40 km fanden wir keine Unterkunft und standen plötzlich in der Rush-Hour und bei Dämmerung mitten auf dem Marktplatz von El Alto.

 

El Alto ist die Vorstadt von La Paz und wird in jedem Reiseführer als gefährlich und kriminell beschrieben - also bestimmt kein Ort um sich als Gringo mit dem vollbepackten Velo durch die Menge zu quetschen.

Bis am nächsten Morgen verlief alles glimpflich - bis auf ein paar komische Blicke. Wir streiften wieder vollbepackt durch die überfüllten Gassen, da nutzte ein Trickdieb die Situation aus und klaute das Handy aus der Brusttasche von Thomas. Beeindruckt über unsere Machtlosigkeit und sehr traurig über den Verlust setzten wir unseren Weg in Richtung La Paz fort. Auf der 400 hm tiefen Abfahrt holperte das Hinterrad von Thomas's Velo immer unerträglicher, was sich später als glatten Felgenbruch herausstellte.

Im Casa de ciclistas wurde uns sofort eine Unterkunft organisiert. Wir durften uns in der Stube von Luisa breit machen. Noch am selben Tag wurde Janine krank und sie war froh um ein ständig verfügbares und sauberes WC.

Als wir das erste Mal die Stadt gemeinsam und gesund geniessen konnten, organisierten wir mit Erfolg eine neue Felge und vergassen dafür die Bankkarte im Automat. Kurz darauf erfuhren wir, dass Ian, ein kanadischer Velofahrer, einen Unfall hatte. Er lag u.a. mit Kopfverletzungen im Spital. Wir durften miterleben, wie sich Luisa und Cristian um das persönliche und juristische Wohl des Verunfallten kümmerten.
Cristian liess nicht locker, bis Ian aus dem Spital entlassen, all sein Material wieder beisammen war und alle Kosten vom Unfallverursacher übernommen wurden. In dieser Zeit durften wir das Café übernehmen: Einkaufen, zubereiten, abwaschen und die Gäste bedienen bereiteten uns viel Freude.

Marktgasse in der Altstadt von La Paz.

Am Abend konnten wir die verloren geglaubte Karte bei der Bank abholen und es sah alles danach aus, dass wir am Folgemorgen unsere Reise fortsetzen könnten. Doch es erwischte Janine in der Nacht ein zweites Mal ganz arg. So lernten wir endlich, dass wir die einzigen sind, die das Hahnenwasser von La Paz trinken...

Nach einer Woche in La Paz hatten wir alle Strapazen überstanden, viel Gastfreundschaft erfahren und sind beeindruckt vom Engagement, das wir im Casa de ciclistas erleben durften. Wir danken Cristian und Luisa für ihre Arbeit.

Beeindruckende Vielseitigkeit von La Paz.


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